waldennet.de

Das Wort „Wald“ wird sicher den meisten Lesern nicht wirklich viel Sorge ums Verstehen bereiten, was beim unscheinbaren und sicher recht ungeläufigen „ennet“ schon wesentlich eher der Fall sein dürfte. An dieser Stelle kann man vielerorts deutlich ein empörtes 'Das ist doch kein Wort!' hören und anschließend einige spezielle Anfragen an die einschlägigen Suchmaschinen des Weltnetzes registrieren, aber es kann an dieser Stelle hoch und heilig versichert werden, dass es sich wirklich um ein dem Duden entsprungenes Wörtchen handelt. Und dabei keineswegs die Rede von einem riesigen japanischen Energiekonzern ist, falls deren Rechtsabteilungen gerade eben hellhörig für abmahnwürdige Verletzungen ihres Namensrechts geworden sind.

Die Bedeutung des Waldes steht außer Frage, die des Wörtchens „ennet“ soll in diesem Kontext erklärt werden. Wohl aus dem Schweizerischen stammend wird ennet in dem Sinne verwendet, dass es eine sprachliche und gedankliche Trennung zwischen Dingen auf einer und eben der anderen Seite vollzieht, also als alleinstehendes Wort und Präposition etwa „jenseits“ bzw. „jenseitig“ bedeutet. Einerseits hat das Wort „ennet“ eine eindeutige semantische Definition, wird aber andererseits kaum noch im aktiven Sprachgebrauch verwendet. Dabei wird der Genetiv bzw. der Dativ verlangt. Und da „ennetwalds“ zwar nach diesen Maßgaben korrekt formuliert wäre, sich aber sehr sperrig anhört, wurde Waldennet gewählt. Jenseits des Waldes beginnt das Abenteuer.

Was bedeutet nun aber diese Anspielung auf die Jenseitigkeit ausgedehnter Gruppen gewachsener Bäume? Jenseits des Waldes finden wir die wahre Wildnis, den nahezu durch den Menschen unberührten Teil unserer Natur. Da es davon nur noch sehr wenige Stücke gibt, sind diese Flecken immer wieder das Ziel von extremen Outdoor-Aktivisten. Denn wie bei der altbekannten traditionellen Motivation des Bergsteigens ist auch das Bezwingen unberührter Natur immer noch ein vordringlicher Menschheitstraum. Und auch wenn die Ausrüstungen solcher Expeditionen inzwischen ein hohes Maß an HighTech in sich bergen, so ist es dem wahren Wildnis-Erforscher dennoch wichtig, nahezu alles aus eigener körperlicher Kraft zu schaffen. Denn nicht die Technik, sondern der Mensch höchstselbst möchte sich als Bezwinger des Unbekannten sehen.

Doch die Barrieren vor den letzten verbleibenden unerforschten Naturgebieten zu meistern, ist in zunehmenden Maße von der perfekten Ausrüstung abhängig geworden. Und dabei ist sicher nicht die Rede von der Auswahl der passenden modischen Outdoor Jacke. Das gilt vielleicht eher für viele Hobby- und Freizeit-Outdoorler. Bei den letzten echten Expeditionen ins Unbekannte würden viele Ausrüstungsgegenstände sogar einen gestandenen MacGyver vor Neid erblassen lassen. Aber bis sich unser Forscherdrang nur noch auf ennetirdische Ziele fokussieren kann, wird sicher noch die ein oder andere Outdoorjacke für ein ganz normales Familienabenteuer am Lagerfeuer über die Ladentheken gehen.